Zürich wohnbar

Wir leben Zürich

ChachelihuusWir leben gerne in Zürich. Warum? Weil wir in einer einzigartigen Stadt sind, in einer Stadt, in der man zwei Minuten hinter dem Bahnhof ins sauberste Wasser springen kann, um danach von der Flussbadi zu Fuss in die Oper zu spazieren, in der man mit dem Velo zur Arbeit fahren und um die Ecke ins Kino kann, in einer Stadt, in der die unterschiedlichsten Menschen wohnen, von der Velomechanikerin über den Sozialarbeiter und den IT-Unternehmer, Studentinnen und Studenten und Originale, die ihren Platz genau so finden wie ältere Menschen, die in ihrem Quartier ihren Lebensabend geniessen können. Das Zusammenspiel all dieser Menschen und die Einheit von Wohnen, Leben und Arbeiten gibt unserer Stadt die Seele, um die uns viele beneiden und wegen der viele in dieser Stadt leben möchten. Zürich ist die beste Stadt der Welt, das sagen nicht nur die Rankings, sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner.

Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf

Zürich ist das beste Beispiel dafür, dass Wohnen mehr ist als einfach ein Dach über dem Kopf. Das Wie und Wo wir leben bestimmt ganz grundlegend über unsere Möglichkeiten unser Leben frei zu gestalten. Dabei sind die Kosten fürs Wohnen als grösster Posten im Haushaltsbudget der entscheidende Faktor für die Wahlmöglichkeit seines Zuhauses. Die Mietkosten für Gewerbetreibende prägen die Mischung des Angebotes an Läden, Werkstätten und Restaurants und somit auch das Gesicht unserer Stadt.
Deshalb setzt sich die SP Stadt Zürich das Ziel, dass genügend bezahlbare Wohnungen und Gewerberäume zur Verfügung stehen. Das Gewerbe darf durch überrissene Mietzinse nicht an die Ränder gezwungen werden. Alte Menschen dürfen nicht aus ihren Quartieren verdrängt werden, in denen sie verwurzelt sind, nur weil sie die Mietzinserhöhung nach
Pseudo-Renovationen nicht mehr bezahlen können oder weil ihr Haus abgerissen wird, um unter dem Deckmantel der Erneuerung oder Verdichtung die Mietzinse zu verdoppeln. Junge Menschen, die hier arbeiten oder studieren, sollen eine Wohnung finden, die ihren Möglichkeiten entspricht. Menschen jeden Alters, die in der Stadt arbeiten, sollen die Möglichkeit haben, auch hier zu wohnen – damit verhindern wir zunehmende Pendlerströme, die nicht nur die Strassen überfluten, sondern zunehmend auch den ÖV an seine Grenzen bringen.

Erfolgreiche SP-Wohnbaupolitik

Die SP setzt sich schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts dafür ein, dass Zürich eine Wohnstadt für alle bleibt.

So hat sie erreicht, dass

  • sämtliche Areale zur Neubebauung von städtischem Grund an gemeinnützige Wohnbauträger im Baurecht abgegeben wurden
  • städtisches Land und Immobilien innerhalb der Stadt nicht verkauft wurden, weil Boden grundsätzlich der Allgemeinheit gehören muss
  • der kommunale Wohnbau laufend ausgebaut wurde
  • die Stiftung Alterswohnungen und die Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien gestärkt wurden
  • durch die Wohnbauaktion 2005, bei der 30 Mio. Franken in Form von zinslosen Darlehen an gemeinnützige Wohnbauträger gegeben wurden, Ersatzneubauten, Sanierungen und Neubauten realisiert werden konnten
  • ökologische Investitionen bei gemeinnützigen Wohnbauträgern bei den Baukosten abgezogen werden können
  • in absehbarer Zeit über die Initiative „Für bezahlbare Wohnungen und Gewerberäume“ gegen den Mieterhöhungszwang bei städtischen Fiskal-Liegenschaften abgestimmt und damit das Aufwertungsdiktat durch den Kanton bachab geschickt werden kann

Siedlung SelnauAktuelle Situation auf den Immobilien- und Bodenmärkten

Die SP hat viel erreicht, der Druck auf dem Immobilienmarkt ist aber nach wie vor hoch. Die Mietkosten sind in den letzten 20 Jahren weit über die Teuerung angestiegen. Damit wird jeder Kampf um Reallohnsteigerungen mehr als aufgefressen. Die gestiegenen Mietpreise haben auch Auswirkungen auf die Quartiere, in denen zunehmend eine Segregation feststellbar ist. Eine ebenso junge wie schädliche Entwicklung ist die Institutionalisierung der Immobilienmärkte: in den letzten 10 Jahren entstanden börsenkotierte Immobiliengesellschaften und Immobilienfonds, grosse Immobilienbestände wurden in AGs ausgelagert. Die Immobilie hat sich von der Wert- zur Ertragsanlage gewandelt, diese Spekulationen drücken die Mietzinse massiv in die Höhe und haben dazu geführt, dass auch Mietwohnungen zunehmend an den Meistbietenden abgegeben werden. Diese Entwicklung ist keine Spekulationsblase, die wir aussitzen können – alles deutet darauf hin, dass die Preise auf hohem Niveau verharren und weiter steigen. Auch die
seit 2005 geltenden neuen Rechnungslegungsvorschriften für Pensionskassen erhöhen den Druck auf die Mieten.

Platz für alle

StadthausDie SP Stadt Zürich kämpft für ein Zürich für alle. 1 Mrd für Bodenzukauf durch die Stadt müsste uns das doch wert sein? Wir fordern einen Gewerbemindestanteil für die Parterrenutzung und stehen dafür ein, dass bei der Bewilligung von grösseren Büroneubauten in der Stadt als Kompensation Büroflächen von Mehr- und Einfamilienhäusern für das Wohnen freigemacht werden. Die zonenkonforme Nutzung (z.b. 90% Wohnanteil) muss durchgesetzt werden. Quartiere wie das Seefeld beispielsweise sind beliebt bei Firmen, die ihre temporären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort in sogenannten Boarding-Houses unterbringen. Diese sowie die Anzahl der Zweitwohnungen werden bisher nicht statistisch erfasst. Ein weiterer Vorstoss im Gemeinderat fordert genau hierzu regelmässige Erfassungen, damit diese Entwicklung durch eine Kontingentierung beeinflusst werden kann.

Keine „Monacoisierung“ und „Starbuckisierung“

Deshalb verfolgt die SP Stadt Zürich weiterhin das Ziel, Zürich als Wohnstadt für alle zu erhalten.  Wir wollen keine «Monacoisierung» unserer Stadt und keine «Starbuckisierung» des Gewerbes. So kämpft die SP Stadt Zürich mit 5 konkreten Forderungen im Gemeinderat gegen die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt – denn es geht nicht an, dass mit Boden und Immobilien spekuliert wird. Schliesslich ist die Bevölkerung von Zürich nicht dazu da, mit ihren Mieten die Gewinne von Immobilien-Eigentümern zu bezahlen. Wir fordern Eigenverantwortung der Eigentümer, zum Beispiel durch den Verzicht auf vollständige Abschöpfung der Bodenrente.

Expansion PWG

Wir möchten, dass die städtische Stiftung zum Erhalt von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen (PWG) wieder markt- und expansionsfähig wird. Denn bei den massiv gestiegenen Immobilienpreisen kann die PWG längst nicht mehr mithalten. Ihr sollen daher 70 Millionen übertragen werden, damit sie ihre Immobilienzukäufe verbilligen kann. Dieser Betrag stammt übrigens aus den von der Stadt nicht ausgeschöpften Abschreibungen für Immobilienkäufe, die 1990 vom Stimmvolk genau zu diesem Zweck gutgeheissen wurden – allerdings ist bis heute erst ein Drittel des Geldes zu diesem Zweck verwendet worden. Zudem soll das Stiftungskapital der PWG erhöht werden, indem ihr die Gewinne der städtischen Landverkäufe ausserhalb der Stadtgrenzen übertragen werden.
Gleichzeitig soll die PWG eine Anlaufstelle gründen, die kaufwillige MieterInnen finanziell und mit Wissen unterstützt, deren Immobilie von einem Verkauf bedroht ist.

Sicherung und Stärkung der Genossenschaften

Auch die genossenschaftlichen Wohnbauträger sollen unterstützt werden: im Gemeinderat fordert die SP, dass ihre Konditionen verbessert, ihre ökologischen Investitionen begünstigt und ihre Areale für den Zweck der Gemeinnützigkeit gesichert werden.

Unsere Initiative „Wohnen für alle“

Die Initiative „Wohnen für alle“ verpflichtet die Stadt, sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von zahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnungen und Gewerberäumen einzusetzen. Die Stadt soll sich dem Ziel einer soziodemografisch durchmischten Wohnbevölkerung in allen Quartieren verpflichten. Wir fordern, dass sich mindestens ein Drittel aller Mietwohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern befindet, die sich dem Prinzip der Kostenmiete verpflichten.

Zürich bleibt Wohnlabor

Wir wollen, dass Zürich ein Wohnlabor bleibt und vielfältige, neue, ökologische Wohnformen unterstützt. Wohnformen, die den Platzbedarf pro Person nicht weiter erhöhen, wie dies beispielsweise beim gemeinnützigen Wohnbau der Fall ist. Das gilt auch für das Wohnen im Alter. Auch ältere Menschen müssen selbständig und autonom entscheiden
können, wie und wo sie leben möchten. Ob zuhause oder in einer Institution muss unabhängig von der benötigten Hilfe und Pflege finanziell für alle Schichten tragbar sein. Das Angebot an Alterswohnungen (Servicewohnungen, betreutes Wohnen, Alters-WGs) wollen wir ausbauen und fordern ein Altersleitbild für die Stadt Zürich, das den unterschiedlichen Bedürfnissen älterer Menschen auch im Wohnbereich Rechnung trägt.

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