Ein schwuler Blick auf die Grünliberalen
Die Grünliberalen präsentieren sich gerne als urbane, aufgeschlossene Partei mit ökologischen Anliegen. Gerade die LGBT (Lesbian Gay Bisexual Transgender) Community wird von der GLP in Zürich heftig umworben. Dabei streichen die Grünliberalen heraus, dass sie sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen.
Tun sie das tatsächlich? Da die GLP nicht im Gemeinderat vertreten ist und der Smartvotefragebogen der Stadt Zürich keine Fragen zu dieser Thematik stellt, lohnt sich ein Blick auf die drei Zürcher Nationalräte der GLP sowie auf den Smartvotefragebogen zu den Nationalratswahlen 2007. Die Grünliberalen haben zu der Frage, ob es gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt sein soll, Kinder zu adoptieren, mit einem „eher Nein“ geantwortet. Die drei Personen, die auf dieser Liste gwählt wurden und jetzt im Nationalrat sitzen, haben alle ebenfalls mit „eher nein“ geantwortet.
Gut, hier könnte man nun einwerfen, dass selbst in der LGBT Community die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare teilweise umstritten ist.
Schauen wir also ein paar Monate zurück. Im Juni 2009 hat Nationalrat Daniel Jositsch mit einer Motion gefordert, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität verboten werden soll. Dies nicht zuletzt wegen der üblen Hetze, die sich die LGBT Community vor der Europride seitens konservativer Betonköpfe gefallen lassen musste. Wer andere nämlich aufgrund seiner Rasse oder Religion diskriminiert, wird bestraft. Sexuelle Minderheiten geniessen einen solchen Schutz aber nicht. Die Motion wurde vom Nationalrat leider abgelehnt. Betrachtet man das Abstimmungsprotokoll sieht man, dass alle drei Nationalräte der Grünliberalen Zürich NEIN zu diesem Diskriminerungsverbot gestimmt haben. Die SP war übrigens die einzige Fraktion, die ohne eine Gegenstimme für das Diskriminierungsverbot gestimmt hat. Sogar bei den Grünen gab es zwei Nein Stimmen (eine kam von Nationalrat Daniel Vischer).
Auch wenn sich die Grünliberalen gerne als LGBT-freundlich darstellen, das Verhalten ihrer Nationalräte spricht eine andere Sprache. Die SP hingegen setzt sich an vorderster Front für die Rechte sexueller Minderheiten ein und zwar nicht nur kurz vor Wahlen.

