Das Märchen von den liberalen Grünliberalen
Smartvote ist zum Standard für die «objektive» Beurteilung von PolitikerInnen geworden. Neben dem bekannten «Smartspider» kann man uns ParteigängerInnen auf einer Landkarte mit den Koordinaten rechts/links und liberal/konservativ einordnen. Diese Unterteilung macht uns glauben, dass links oder rechts einerseits und liberal oder konservativ anderseits unabhängig von einander ist. Dass dies nicht stimmt, zeigt eine Karte mit allen GemeinderatskandidatInnen:
Grundsätzlich ordnen sich die Leute auf einer Achse an, die von links oben (links/liberal) nach rechts unten (rechts/konservativ) geht. Die Viertel linkskonservativ und rechtsliberal sind deutlich leerer als die anderen zwei Viertel. Mit anderen Worten: je linker jemand ist, desto liberaler. Ausnahmen gibt es natürlich, meist liberale FDPler, die z.B. das Bankgeheimnis abschaffen wollen oder der Initiative «Kinderbetreuung Ja» zustimmen.
Dazu passt, dass die sogenannten Grün-«Liberalen» (hellgrüne Punkte) weniger liberal sind als die SPler (rote Punkte). Sie stehen bei etwa «25% liberal», die SPler bei über 50%. Wer sich also als liberal denkender Mensch versteht, darf nicht dem Etikettenschwindel der glp aufsitzen, sondern wählt schlicht das liberale Original: die SP.




1+1=3? Warum Politik keine Mathematik ist...
Grünliberal war von Anfang an nie als grün-liberal gedacht. Es geht eben nicht um die Einzelteile, sondern um deren Verbindung. Grünliberal (ohne Bindestrich) sein, heisst die Welt vernetzt zu verstehen und Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu leben: Dh. der Umwelt für die nächsten Generationen Sorge tragen, eine nachhaltige sprich langfristige Wirtschaftsentwicklung anstreben und eine offenes und eigenverantworliches Zusammenleben sicherstellen. Soweit zu unserem Eigenverständnis und warum 1+1 in der Politik eben 3 sein kann.
Und nun noch eine kleine Frage zu Smartvote: Was ist für Dich das Gegenteil von konservativ?
Tatsächlich liberal? Nein genau, progressiv. (Das Gegenteil von Liberal wäre im übrigen autoritär oder staatsgläubig)
Und das liberale Verständnis der Sozialdemokraten entlarvt ja auch den von Smartvote gebrauchten Begriff "liberal", denn seit wann ist nun schon wieder der Ruf nach mehr Staat, nach mehr Regeln für die ganze Wirtschaft und nach mehr Ausgaben ein Zeichen für eine liberale und eigenverantwortliche Einstellung?
In diesem Sinne hinkt Dein Artikel massiv und zielt an der Realität vorbei. Das zeigt Dir auch die nach Smartvote "unliberale" Einstellung des tatsächlichen liberalen Originals.
Insgesamt liegen wir aber dort wo ich als Co-Präsident politisiere und sich es unsere Wähler auch wünschen: Rechts von den Linken und links der Freisinnigen. Ich bin sicher unseren Wählern gefällts und sie werden es am 7. März zeigen. Dann können wir beide ja mit richtigen Prozenten rechnen :) Lg. aus der ökologischen "Mitte"
Wenn sogar die Mathematik beliebig wird
So, so, 1+1 gibt mehr als 2. Gefällt mir, dieser Kommentar vom Co-Präsidenten der GLP. Nur, warum gibt 1+1 nur 3, warum nicht irgendetwas anderes? Damit komme ich zum Punkt: Die GLP ist eine Wundertüte, weil sie nicht sagt, was sie will und nicht will, was sie sagt. Wie anders ist es zu verstehen, wenn die GLP-KandidatInnen in Smartvote eine Härtefallkommission fast durchwegs befürworten und im Kantonsrat mit den Rechten gegen Sitzungsgelder für ihre Arbeit stimmen? Dafür gibt es nur eine Bezeichnung: Beliebigkeit. Aber wenn sogar die Mathematik beliebig wird, warum nicht auch die Politik? Dann kann man ja so schön den anderen "Ruf nach mehr Ausgaben" vorwerfen, wo sie doch "nur" 1+1 zusammengezählt haben.
... immer wieder die böse glp ...
Lieber Herr Silberring. Die glp Stadt Zürich sagt sehr klar was, sie will. Ich empfehle Ihnen hierzu unser detailiertes Wahlprogramm 2010. Da können Sie und jeder unserer Wähler lesen für was wir stehen, was wir im Gemeinderat vertreten werden und woran wir uns messen lassen. Wenn Sie dies als Wundertüte empfinden, dann ist es eine transparente und prall gefüllte Wundertüte für Wähler die weiterdenken....
Unterschiede zwischen der Position der kantonalen Fraktion und der städtischen Gemeinderatskandidaten empfinden wir zudem weniger als beliebig sondern eben gerade als freiheitlich. Es soll ja tatsächlich auch innerhalb der Parteien zu Themen unterschiedliche Meinungen geben - so halt z.B. auch zur (kantonalen!!) Härtefallkommission, die aus urbaner Sicht ja durchaus unterschiedlich betrachtet werden kann. Das ist bei den Sozialdemokraten so hoffe ich doch auch mögilch? Sonst wäre das ja ganz und gar nicht liberal :)
Liberaler Höhepunkt?
Na ja, Herr Luchsinger, das störende ist, dass die GemeinderatskandidatInnen nur ankündigen, während die KantonsrätInnen aktiv Politik machen, damit die Härtefallkommission gratis arbeiten soll. Sind ja sowieso alles Gutmenschen und folglich blöd. Dass ich das als liberales Ruhmesblatt einordnen soll, ist etwas viel verlangt - ein Blackout im Kantonsrat kommt der Sache da schon näher.
Die Beliebigkeit hat Methode
Es gibt übrigens 3 Kantonsrätinnen der GLP aus Zürich, die allesamt auch auf den Gemeinderatslisten kandidieren. Davon hat im Smartspider 1 die Härtefallkommission abgelehnt, die anderen beiden haben mit Ja und eher Ja auf die Frage nach einer "Begrüssung der Kommission" geantwortet. Es liegt nicht an der unterschiedlichen Beurteilung durch urbanes und weniger urbanes Publikum, es liegt an der Beliebigkeit von 1+1 gleich irgendwas.
Fraktionsloyalität & persönliche Meinungen
Vielen Dank für den Hinweis auf unsere Kantonsrätinnen, welche ökologisch und wirtschaftlich klar grünliberal politisierten. In die politische Arbeit der kantonalen Fraktionwerde ich mich aber als städtischer Vertreter nicht einmischen. Fakt ist allerdings, dass eine Fraktion nur dann funktionieren kann, wenn nicht alle Vertreter in alle Himmelsrichtungen ihre Meinungen in den Rat bringen. Die Fraktion hat sich im ausländerpolitischen Thema "Härtefallkommission" für den eingeschlagenen Weg entschieden und die Antworten in Smartvote zeigen jetzt schön auf, dass sich hier Kantonsrätinnen demokratisch loyal verhalten haben. Wenn Sie daraus Beliebigkeit lesen, dann von mir aus. Ich nenne es innerparteiliche Demokratie. Die gibt es doch auch bei Ihnen, oder?
Ich bin überzeugt die WählerInnen in der Stadt Zürich interessiert nicht primär die kantonale Härtefallkomission, da hat die Stadt Zürich doch noch drängendere und wichtigere Themen. (2000-Watt-Gesellschaft, Arbeitsplätze, Cleantech, Energieeffizienz, Sozialkosten, Bildung, Jugendförderung, Wohnen ...). Lesen Sie unser Wahlprogramm 2010 auf unserer Webseite. Daran lassen wir uns im Gemeinderat messen und darauf können unsere Wähler vertrauen - und Sie als Ingenieur damit rechnen! ;)
die Kritik hat recht...
...was Smartvote angeht: Darum war ja das «objektiv» in Anführungszeichen. Denn Smartvote suggeriert, das ihr Verständnis von links/rechts mit ihrem Verständnis von liberal/konservativ nicht korreliert. Und das stimmt ja genau nicht, darum gibt es keine Gleichverteilung auf der Karte. Und die Folgerung? Je nach politischer Haltung (hellgrün oder rot oder was auch immer) sind die Sozis nun liberal oder Smartvote hat unrecht... Das Fazit jedenfalls: eine objektive Beurteilung von Politik bietet Smartvote nicht.
Freue mich auf die liberalen SPlerInnen
Look who's talking!
Das wäre ja toll. Eine liberale SP. Da freu' ich mich drauf und werde daran erinnern, wenn es um die neue Polizeiverordnung in der Stadt geht oder das Fichieren von unschuldigen Besuchern von Sportveranstaltungen (Gamma) oder das Verbot von Open Air Bars, Dark Rooms et cetera.
In den vergangenen vier Jahren hätte ich mir eine liberale und weniger zwinglianische SP sehr wohl gewünscht und ich nehme die aussagekräftige Smartvote-Platzierung der sooo liberalen SP gerne als Wahlversprechen für die nächsten vier Jahre entgegen.
liberal und so
na, man gibt sich ja alle Mühe die Phreaks aus den betreffenden Ämtern zu hieven... und die konkrete Kritik zur Polizeiverordnung, siehe: http://www.sp-zuerich.ch/node/299 Diese und andere Punkte werden die SPler in der Gemeinderatskommission ansprechen und ändern, so sich Mehrheiten dafür finden.