Ist das WEF gut geworden?
Heute treffen sie sich wieder. Die Mächtigsten dieser Welt. Am Welt Wirtschafts Forum in Davos. Unter dem Motto „Improve the State of the World: Rethink, Redesign, Rebuild“ (den Zustand der Welt verbessern: überdenken, umgestalten, erneuern) versammeln sich die mächtigsten Wirtschaftsbosse, Politikgrössen und Wissenschaftsheinis am runden Tisch um unsere Welt zu retten. 2009 lautete das Motto „Die Welt nach der Krise gestalten“ und heute will Klaus Schwab, Gründer des WEFs, die Lehre aus der Krise ziehen.
Am diesjährigen WEF soll über die Umgestaltung der „Prozesse für die Bewältigung der Themen und Herausforderungen der globalen Agenda“ diskutiert werden. Tönt vernünftig. Und Schwab äusserte sich im Vorfeld des WEFs sogar kritisch zu den Lohnexzessen und fordert ein Verhältnis von 1:20 zwischen dem Mindest- und dem Höchstlohn. Die WEF Veranstalter zelebrieren sich als höchste global vernetzte und handelnde Organisation, die zur Rettung der Welt und ihrer Krisen fähig ist.
Und wenn ich heute sage, dass ich an die Anti-WEF Demo gehe, muss ich mir die Fragen anhören: Ist denn das WEF so schlecht? Brauchen wir nicht einen Ort, wo sich die Mächtigsten der Wirtschaft mit den Mächtigsten der Politik treffen? Ja heute brauchen wir einen Ort, wo Politik und Wirtschaft zusammen treffen. Die Frage ist nur: Wer sind die Mächtigsten? Die selbsternannten Wirtschaftsbosse? Oder die gewählten Politiker? Heute bestimmt die Wirtschaft die globalen Regeln, nicht die Politik, wie es eigentlich in einem sozialdemokratischen Verständnis sein sollte. Genau deshalb kann das WEF niemals die richtige Antwort auf die globalen Herausforderungen dieser Zeit sein.
Eine internationale Institution, die sich den globalen Herausforderungen annimmt, muss demokratisch legitimiert sein. Nur so ist gewährleistet, dass alle Interessen vertreten werden. Das WEF geniesst keinerlei demokratische Legitimation, ihre Wirtschaftsvertreter genauso wenig. Es ist offensichtlich, dass sich am WEF nach wie vor einige wenige (die Reichen und Mächtigen) unter sich treffen und über das Schicksal der grossen Masse entscheiden. Auch wenn sie uns das Gegenteil weismachen wollen. Wir dürfen uns diesen Honig nicht um den Mund schmieren lassen. Wir müssen aufzeigen, was wir für eine demokratische Vorstellung einer internationalen Weltordnung haben. Deshalb kommt mit der JUSO ans WEF, 10.30 Uhr Versammlung am Kopf des Gleises 10 Züri HB für ein starkes Zeichen gegen diese Weltordnung!


