Leimbach: Ein Quartier braucht Aufmerksamkeit

Ca. 60 Leute nahmen an einem Rundgang in Leimbach teil, der von der SP2 organisiert wurde und der zu einigen wichtigen Orten in Leimbach führte. Tatkräftige Unterstützung erfuhren wir dabei von Urs Frei, dem Präsidenten der Genossenschaft Zurlinden, und von Ursula Rütimann, die in der Gemeinwesenarbeit tätig ist und in dieser Funktion an der Zukunftswerkstatt Leimbach mitgewirkt hat.
Gestartet sind wir bei der Siedlung "Vista Verde", die aus 2 wuchtigen Häusern besteht, deren Äusseres nicht allen gefällt, aber von mehreren Anwesenden gelobt wurde. Die Siedlung diente als Beispiel für das was Leimbach vor allem ist: Ein Wohnquartier mit vielen Qualitäten, dessen Entwicklung aber aufmerksam weiterverfolgt werden muss.
Von da ging es zum Ladenzentrum Leimbach, das für die Versorgung im Quartier enorm wichtig ist, das aber nur teilweise vermietet ist und ganz einfach nicht lebt. Das Ladenzentrum gehört mehrheitlich einer Immobiliengesellschaft, die darin nur ein Investmentobjekt sieht und kein Interesse am Quartier zeigt. Die Genossenschaft Zurlinden, die auch einen Anteil besitzt, würde gerne das ganze kaufen, um es attraktiver zu gestalten, aber da das Zentrum in einer Zone liegt, die viel höhere Bauten erlaubt, verlangt die Immobiliengesellschaft einen Preis, der die Möglichkeiten der Genossenschaft übersteigt. Sollte das Zentrum je ganz wegfallen, wären viele Menschen, vor allem die Älteren, ohne Einkaufsmöglichkeit im Quartier. Ein Teilnehmer drückte es so aus: "Ich wohne seit 20 Jahren hier und mit jedem Jahr merke ich, wie der Berg steiler wird".
Den Rest des Abends verbrachte die Runde im Saal des Restaurants Bardolino. Dort kamen weitere Themen zur Sprache. Dass die Hochhäuser saniert werden sollen und dabei auf die Erfordernisse der 2000 Watt Gesellschaft getrimmt werden sollen, ist natürlich positiv. Die Genossenschaft Zurlinden möchte auch im Sihlbogen auf 2 Arealen bauen. Ein Gewerbeteil und ein Wohnteil. Die Bewilligung liegt vor, aber ein Rekurs von privaten Nachbarn gegen den Wohnteil zögert den Bau hinaus. Ungeklärt ist für die Genossenschaft die Frage, warum der Rekurs gegen die Bauten in einem Areal den Baubeginn im zweiten Areal auch verzögert. Auch der Sihlbogen wird nicht von allen gelobt, wir erhielten vor der Veranstaltung auch Mails von kritischen LeimbacherInnen. Es ist aber ganz sicher ein interessantes Projekt, bei dem als Unikum allen MieterInnen ein ZVV-Abo geschenkt wird und gleichzeitig vertraglich einen Verzicht auf ein eigenes Auto verlangt wird. Ergänzt wird das Paket durch ein Car-Sharing Angebot.
Bezüglich Anbindung an den öffentlichen Verkehr muss man sich auch einige Gedanken machen. Die S4 im Sihltal ist zu Stosszeiten sehr voll und der Fahrplan kann aus betrieblichen Gründen nicht mehr verdichtet werden. Als Alternative gibt es sonst nur den Bus 70 nach Wollishofen. Im Gemeinderat gibt es konkrete Anfragen, ob allenfalls ein drittes Geleise von Leimbach in die Stadt geführt werden könnte. Die SP2 arbeitet an einem Vorschlag, den Bus 89 von der Sihlcity ins Leimbachquartier zu verlängern und zwar in den Bereich der Fallätsche, die zur Zeit nur mit einem flotten Fussmarsch zu erreichen ist.
Die Vorstellung der Zukunftswerkstatt zeigte, wie wertvoll so ein Projekt für den Zusammenhalt und die Entwicklung eines Quartiers sein kann. Ein Reihe von Aktivitäten sind gestartet worden, sind am laufen und werden entwickelt. Eines ist fast fertig: Leimbach hat noch keine Kinderkrippe. Aber es hat ein Team, das alle Voraussetzungen hat, um eine zu starten. Was fehlt ist einzig ein geeigneter Raum. Das allerdings erweist sich bisher als unüberwindbares Hindernis und hier ruhen die Hoffnungen auch auf der Stadt, die 11% der Wohnungen in Leimbach besitzt.
Das Interesse der LeimbacherInnen an ihrem Quartier fand ich sehr beeindruckend. Die Aufgabe der SP2 wird nun sein, diesen Input  aufzunehmen und aktiv sich für Lösungen einzusetzen. Das haben wir uns eingebrockt, indem wir zu einer solchen Veranstaltung eingeladen haben. Ich finde es gut, dass wir uns das eingebrockt haben (PS)

Leimbach lebt!

Vordringlich ist, dass Leimbach endlich ein Zentrum bekommt. Das Quartier ist langgezogen und an einer Strasse liegend. Solche "Strassendürfer" können rasch verkommen, wenn nicht raumgestalterisch schnell eingegriffen wird. 

Die Idee eines dritten SZU Gleises ist leider Illussion. Zur Zeit kämpft der ZVV unter starken Spardruck und investiert nur dort wo die 4 Teilergänzung, die Durchmesserlinie und den Korridor Zürich - Winterthur ist. Alle anderen Strecken müssen darum sorgen, dass sie überhaupt noch bedient sind. Eine Buslinie ist darum flexibel aber unverbindlich.

Quartierrundgang mit Corine Mauch, ohne Corine Mauch

Mein Vater ist in Leimbach aufgewachsen 'im Hüüsli', wie meine Oma es genannt hat. Heute steht dort - direkt an der Manegg-Brücke - ein topmoderner Neubau, der übrigens quadratisch-hässlich ist. Und sicher aus investorischen Gründen doppelt so teuer, wie der Wohnraum, der vorher dort angeboten wurde. Mir hatten das frühere Wohnhaus mit Laden und die Reihenhäuser (Retro-Charme) viel viel besser gefallen als das überteurte Glas/Metall-Wohnerlebnis. Dabei mag ich 'modern', es ist mir jedoch jeweils schleierhaft, wie so exorbitante Mieten zustande kommen - als sei 'Gold' verbaut worden. Gier der Banken? Gier der Investoren - welche am Ende wieder Banken sind? Oder Private, welche durch die Gier der Banken, zu Investoren gemacht wurden?

UND: Corine Mauch obschon angekündigt, nahm nicht teil - offenbar krank, aber am nächsten Tagen im Büro wieder voll im Einsatz - als ob nichts gewesen wäre. War das Kranksein nur eine vertuschte Krisensitzung? Das weiss nur Gott - oder die Geier...

Keimbach im Umbruch

Änderungen zu akzeptieren ist immer schwierig und bedingt Flexibilität aber auch Verständnis. Der Quartierrundgang in Leimbach hat gegen 70 Personen in bitterer Kälte angezogen. Dass Herr Gloor dabei war, hat uns gar nicht nervous gemacht. Eher gefreut, dass auch er sich für Stadtentwicklung am Rande der Stadt Zürich ist toll. 

Aber auch er muss sich den neuen Umständen anpassen, und ich wünsche ihm wirtschftliche eine geschickte Hand und viel Elan. 

Die SP und die Medien waren am Rundgang gut vertreten und so werden die Anliegen auch gründlich aufgenommen und weit nach dem Wahltag in die Politik getragen. 

... auch das macht uns nicht nervös!

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