Wieviel Umsatz erzeugt ein Parkplatz?

Bild Brunaustrasse

Die Antwort, wieviel Umsatz ein Parkplatz erzeugt, hat eine Studie der City Vereinigung 1992 gegeben: Eine halbe Million, wenn es ein oberirdischer Parkplatz ist und 80 Tausend bei einem unterirdischen Parkplatz. "Meine Damen und Herren, Sie sollten sich immer wundern" sagte uns einst der Physiklehrer. Er meinte damit, dass man bei verblüffenden Resultaten immer besonders genau nach den Gründen fragen sollte.

Vielleicht hätten die Autoren der Studie diesen Grundsatz befolgen sollen, vielleicht hätten sie sich wundern sollen, woher die grosse Differenz oben stammt? Vielleicht wären sie dann zu anderen Schlüssen gekommen. Ich muss zugeben, dass ich die Studie nur aus der Presse kenne, mein Versuch, sie bei der City Vereinigung zu erhalten, blieb unbeantwortet.Die Studie ist so vorgegangen, dass man Leute an Parkplätzen befragt hat, wieviel Geld sie ausgegeben haben, und dann dieses Resultat hochgerechnet hat auf die Anzahl Autos pro Parkplatz und Tag und die Anzahl Einkaufstage im Jahr. Das hat man für oberirdische und unterirdische Parkplätze gemacht und das besagte Resultat erhalten. Das werden die Autoren auch sicher perfekt gemacht haben. Daraus folgern nun einige bürgerliche Politiker, dass der Bau von z.B. 10 neuen Parkplätzen einen Umsatz von 5 Millionen generiert, jedenfalls dann, wenn die Parkplätze nicht in einem Parkhaus sind.
Wenn eine Autofahrerin in der Innenstadt einkaufen will, wird sie vielleicht einen Parkplatz im Parkhaus ansteuern, vielleicht wird sie erst einen billigeren und bequemeren Parkplatz suchen und nur dann ins Parkhaus fahren, wenn sie keinen findet. Das Resultat ist, dass oberirdische Parkplätze meist voll sind, während Parkhäuser nur zur absoluten Stosszeit voll belegt sind. Baut man nun 10 oder 100 neue Parkplätze, so sind halt meist mehr Plätze in den Parkhäusern leer, aber ein Mehrumsatz resultiert allenfalls zu den Spitzenzeiten. Mit anderen Worten, im besten Fall steigt der Umsatz um die 80-Tausend Franken und da auch dies ein Durchschnittswert ist, ist auch das zu hoch gegriffen. Die grosse Differenz oben besagt nämlich nichts anderes, als dass Parkplätze in Parkhäusern oft auch frei sind.
Um es etwas auf die Spitze zu treiben: Wenn nach besagter Methode jemand den Wert von Parkplätzen eines Einkaufszentrums auf dem Land ermittelte, käme er zum Schluss, dass beim Eingng ganz wertvolle Parkplätze sind und weiter weg, wo sie meist leer sind, sie auch fast nichts wert sind. Dass so jemand seinen Umsatz nicht wesentlich steigern kann, indem er noch einige Plätze mehr in Eingangsnähe erstellt, ist offensichtlich.

Parkplatzinitiative der FDP

Und schon fliegt der Parkplatzstreit der abwesenden Stadtpräsidentin um die Ohren, indem die FDP eine Volksinitiative lanciert. Ich wunderte mich den ganzen Sommer, weshalb die nicht präsente Stadtpräsidentin dieses heikle Dossier nicht zur Chefsache machte und versuchte, im Gespräch eine Lösung zu finden. Als SP Mitglied kann ich da nur sagen, dass die FDP mit ihrer Initiative recht hat. Wenn die Behörden Anliegen der Betroffenen nicht ernst nehmen, muss mann/frau halt mit den demokratischen Volksrechten ein bisschen nachhelfen.

 

Bevoelkerung will einen guten OeV und keine Parkplaetze

Guter Analyse von Pawel Silberring. Einige Umfragen bei der Stadtbevoelkerung haben auch gezeigt, sie will einen guten OeV und beruhigte Strassen, keine unnoetigen Parkplaetze und Autobahnen. Zuerich waere nicht zuvorderst auf Ranglisten bzgl. Lebensqualitaet wenn der Stadtrat Parkplatz Initiativen a la FDP umgesetzen wuerden.

Wuerde die Initiative umgesetzt, waere kein parkplatzfreier Muensterhof moeglich der die Stadtbevoelkerung noch schaetzen lernen wird; aber auch kein Opernhaus Parkhaus, nach dem die Agglomeration schreit. Mit der Initiative sind Verlagerungen von mehr als 25 Meter Distanz nicht mehr moeglich. Der historische Kompromiss erlaubt groessere distanzen zur Umlagerung und damit sinnvollere Loesungen.

@ Thoemu: Ausserdem ist fuer dieses Ressort Ruth Genner vom Tiefbaudepartment und nicht die Stadtpraesidentin zustaendig. Wir haben keine royalistische Hackordnung im Stadtrat nach der alle machen muessen was die Praesidentin sagt; jeder hat seine Aufgabe. Ausserdem war Ruth Genner sktiv und hat Parplaetze gezaehlt, um den sinnvollen historischen Kompromiss wieder Glaubwuerdigkeit zu verhelfen. Das Ergebnis kann allenfalls kleine Korrekturen zur Folge haben, zu der alle Hand bieten, denen Zuerichs Zukunft am Herzen liegt wie ich es von der SP kenne.

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