Werden wir konservativer?
Für das Jahr 2010 habe ich ein neues Motto: Think global, trade local. Ich werde wieder im Sommer beim nächsten Bauer Erdbeeren pflücken, im Herbst die Äpfel frisch vom Bauer abholen oder stets Schweizer BioFleisch kaufen. Deswegen bin ich aber noch lange nicht konservativ. Oder?
Ich habe mal überlegt, wie unsere Gesellschaft so denkt. Dabei fiel mir ein, dass Herr und Frau Schweizer ja plötzlich wieder Schacher Seppli hören, dass wir vermehrt Ferien in der Schweiz machen, obwohl überall die Währungen fallen, dass die SVP immer widerlichere Werbung treibt, damit ihre schöne Schweiz nur den Schweizern gehört, dass knapp 60% der Schweizer Ja zu Minarett-Verbot gestimmt haben. Wobei Letztere ja gar nichts mit dem Minarett an und für sich zu tun hat. Sondern die Menschen sind eben konservativer geworden. So meine Interpretation.
Weshalb? Wurden durch die Globalisierung kulturelle Verluste erlebt? Wurden durch das stetige Wachstum die Normen vernachlässigt? Ich dachte, wir leben in einer Gesellschaft, wo wir mindestens 3 verschiedene Kulturen in einem Haus haben, wo wir im türkischen Laden noch schnell was kaufen, bevor er um 22Uhr schliesst, wo wir beim Inder Kochkurs absolvieren, wo wir beim Thailänder ins Restaurant essen gehen, wo wir beim Kubaner einen Salsaskurs besuchen. Das Leben kann doch so schön vielseitig sein. Lassen wir es uns einfach nur weiterhin gut gehen indem wir immer wieder auf Entdeckungsreise gehen. Ende gut, alles gut.



Russland versucht es mit
Russland versucht es mit "konservative Modernisierung"...
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/fauler_zauber_der_modernisierung_1.4421358.html
Globalisierung auch für die Menschen
Ich kann deinem Motto nur zustimmen!
Auch ich stelle in Diskussionen mit Leuten "der Gegenseite" fest, dass der Begriff von Konservativ und Globalisierung für alle etwas unklar ist, resp. auch ausgetauscht werden kann.
Aktuell wird uns eine wirtschaftliche Globalisierung vorgelebt, von der wir beim Einkaufen alle Gebrauch machen, auch die sogenannten Konservativen (super, gerne kaufe ich die die günstigen Schuhe und Game-Konsolen aus Südost-Asien).
Aber leider macht die Globalisierung bei den Menschen Halt, hier soll der freie Fluss über Grenzen und Kontinente verunmöglicht werden. Einseitig natürlich, denn wir wollen ja unsere Ferien weiterhin ausserhalb machen.
Mir persönlich wäre die "umgekehrte" Globalisierung auch lieber, dass die Leute dieser Welt sich freier auf dem Globus bewegen können als die Produkte. Diese sollen wieder lokaler und dezentraler produziert werden, zu fairen Konditionen natürlich.
Aber ich fühle mich auch nicht "konservativ" deswegen - also weiter so!