Die Schweiz, die anderen und wir
Nach den Italienern, den Tamilen, den Ex-Jugoslawen und den Albanern sind nun die Deutschen dran – in der Rolle unserer Lieblingshassausländer. Zuviele deutsche Professoren soll es haben, sie nehmen uns die schönen Wohnungen weg und drängen sich beim Bäcker vor. Wie immer sind rechte Politiker prompt zur Stelle, um den Puls des Volkes zu fühlen und daraus politisches Kapital zu schlagen. Und wie immer stottert und stolpert die Linke und verheddert sich in ihren Argumenten. Kein Wunder: ein mehrheitsfähiges, linkes Konzept was Heimat ist, fehlt uns nach wie vor.
Peter von Matt (Interview) kommt dem nahe. Sein Bekenntnis – «Ich bin gern Schweizer.» – heisst nicht, dass er in einen unkritischen Patriotismus verfallen würde. Im Gegenteil: Was sich liebt, das neckt sich, und wem seine Heimat wirklich nahe geht, der kritisiert sie auch und zweifelt daran. Dies einer breiten Bevölkerung glaubhaft rüberzubringen, wird die grosse Kunst sein.
(Und noch eine Nebenbemerkung zu den Deutschen an unseren Hochschulen, da ich auch an einer solchen bin und gut und gerne mit vielen Deutschen zusammenarbeite: Wir suchen zu Recht auf der ganzen Welt die Besten für unsere Unis und ETHs, seien es ProfessorInnen oder StudentInnen. Die Qualität und Grösse unserer Unis lassen sich mit Schweizerinnen und Schweizern allein nicht aufrechterhalten. Es gibt tatsächlich Profs, die ihr Personal aus Deutschland rekrutieren oder von dort mitnehmen. Sie werden aber scheitern – der gnadenlose wissenschaftliche Wettbewerb erlaubt solche Dummheiten nicht.)

