SVP-Hetze: Ignorieren geht nicht
Wenn die SVP-Propaganda wieder einmal besonders unanständig ist, denkt man immer: schlimmer geht's nimmer. Dass sie aber jedesmal nochmals eins draufsetzen können, zeigen die Inserate für die Wahlen 2010. «Mach mir einen Pass, Du Sau!» (Zitat eines Ausländers auf dem Amt) oder «Mord und Totschlag an der Tagesordnung», dazu entsprechende Bilder. Natürlich könnte man das einfach ignorieren, und hoffen dass nicht viele Leute auf die Hetze reinfallen. Bei diesem Niveau geht das aber nicht mehr.
Was soll man sonst machen? Vor sechs Jahren, als die Linken als «rote Ratten» beschimpft wurden, habe ich einen selbstironischen Button mit dem Text «Ich bin eine rote Ratte» gemacht. Auch hier gäbe es Anlass zu bitterböser Satire: Vielleicht das Inserat als Aufforderung zur Unanständigkeit nehmen und beim Bäcker «Mach mir Brot, Du Sau!» rufen, oder beim Unterschriftensammeln «Mach mir Unterschrift, Du Sau!» (und das ganze auf youtube stellen). Oder ein rotes und ein braunes Ei, die sich gegenseitig zu Rührei prügeln.
Aber irgendwann, und an diesem Punkt sind wir, kann Satire nichts mehr ausrichten. Die Hetze der SVP muss klar und deutlich als solche bezeichnet und die «Vorwürfe» gekontert werden, z.B.:
• «Verdrängung von Schweizern und Lohndumping am Arbeitsmarkt»: Um eben das zu verhindern, hat sich die SP hat sich gegen den Widerstand der Bürgerlichen inklusive SVP für flankierende Massnahmen zur Personenfreizügigkeit eingesetzt. Die SVP verhindert effiziente Kontrollen und gewerkschaftliche Arbeit, um Lohndumping zu bekämpfen.
• «Steigende Mieten, welche immer mehr Schweizer Familien verdrängen»: Die SP kämpft wo es geht gegen steigende Mieten, siehe hier – gegen den Widerstand der SVP.
• «Verkehrsprobleme»: In Zürich hat es einfach kein Platz, damit alle und sämtliche AgglomerationsbewohnerInen mit dem Auto reinfahren können. Die SP will die Probleme pragmatisch lösen, siehe hier – einmal mehr gegen den Widerstand der SVP.
Gegen die Negativpropangada der SVP kann und muss die SP entschlossen antreten. Dabei aber immer das eigene Ziel vor Augen behalten: Eine lebenswerte, schöne Stadt Zürich, die Platz für alle bietet.



Mach mir en Kommentar, Du Sau!
Nachdem es gestern hiess: "Mach mir en Kommentar, Du Sau!", muss ich natürlich Folge leisten. Mir wird dabei nicht klar wie die SVP die Augen vor dem verschliesst, was jedem Ausländer bewusst ist. Nämlich dass es korrekterweise "Mach mir Pass, du Sau!" heissen müsste. Jeder Ausländer der etwas auf sich hält, weiss, dass man auf unnötige Artikel verzichten kann. Desweitern macht es ja gerade das Wesen des Ausländers aus, dass er sicher keine antiquierte Höfflichkeitsformen wie das grosse geschriebene "Du" verwendet.
So gesehen ist es wiedermal erschreckend wie die SVP die Ausländerthematik weiterhin verharmlost.
Zur Sau
Die Absicht hinter der Kampagne ist klar: Alles soll von den Inseraten reden und die Inhalte sollen in den Hintergrund. Dies wohl auch weil die SP die Inhalte so gut besetzt hat. Daher nur eine Bemerkung zum Sau-Inserat: Offensichtlich hat das .Zzitat es in die Weltwoche geschafft. Kann also nicht Normalfall sein und derjenige, der es ausgesprochen hat, wird damit kaum etwas erreicht haben.
Ja, das mit den Wohnungen ist interessanter: Die Leute, die nun nach Zürich drängen, sind alles Leute, die hier eine Stelle haben. Ob das Ausländer oder Schweizer sind, ändert wenig daran, dass sie die Nachfrage erhöhen und damit tendenziell die Wohnungen verteuern. Darum ist es richtig, wenn die SP Den Markt in diesem Bereich in die Schranken weisen will. Da müssen wir dranbleiben.
Ignorieren geht wirklich nicht
http://petekaltinay.tumblr.com/post/290181290/svp-stadt-zurich-hat-mit-dem-gemeindewahlkampf-begonnen