Kultur: Nicht Rahm auf dem Kuchen, sondern Hefe im Teig!

Gut, dass wir uns heute nicht mehr um ein Entweder-Oder zwischen den etablierten Kulturinstitutionen und der szenennahen Kultur streiten müssen. So können wir uns um den Freiraum kümmern, den Kultur braucht. Wenn wir uns für eine reichhaltige, vielfältige und innovative Kultur einsetzen, dann gehört dazu auch die Verbesserung der sozialen Sicherheit von KünstlerInnen. Für die SP Stadt Zürich bedeutet es eine Investition in die Gesellschaft, wenn die Kultur und ihre Institutionen
gefördert werden.
Letzigrundstadion - auch KulturveranstaltungsortKünstlerisches und kulturelles Schaffen befindet sich ständig in Bewegung. Die Kulturpolitik der Stadt braucht deshalb klare und einfache Spielregeln, damit Raum für Unerwartetes und Überraschendes entsteht. Die SP versteht kulturelle Produktion und ihre Vermittlung als unverzichtbaren identitätsstiftenden und dynamisierenden Faktor in unserer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung.
Unser Umgang mit Kunst und Kultur ist der Gradmesser des geistigen Reichtums, der Kreativität und der Toleranz der Bevölkerung. Für die SP Stadt Zürich bedeutet die Kultur und ihre Institutionen zu fördern, in unsere Gesellschaft zu investieren, mit dem Ziel, die künstlerische und kulturelle Freiheit zu schützen, den kulturellen Ausdruckswillen der Bevölkerung zu anerkennen, das zeitgenössische (Kunst-) Schaffen zu unterstützen, das überlieferte Kulturgut zu erhalten und zu pflegen und den Zugang – für alle - zu kulturellen Gütern und Dienstleistungen zu ermöglichen. Die SP Stadt Zürich setzt sich deshalb selbstverständlich weiterhin für die Erhaltung und den Ausbau der Kultur ein. Unser Sieg für das Cabaret Voltaire ist der jüngste Beweis dafür, dass die Zürcherinnen und Zürcher das genau so sehen.

Kultur ist kein Luxus

Kultur ist nichts, was man sich leistet, wenn man gerade genügend Geld oder Freizeit hat. Kultur ist nicht der Schlagrahm auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig. Kulturpolitik und Kulturförderung sind deshalb eine fortwährende und grundlegende staatliche Aufgabe, die zum Ziel hat, gemeinsam ein Klima zu schaffen, in dem Freiheit, Kreativität, kulturelle Vielfalt und Zugang zu Kultur gewährleistet sind. Ausgerechnet die Alternativ- und Nischenkultur, die heute zwar grösstenteils institutionalisiert ist, kommt bei Spardruck oft unter die Räder. Auch gut laufende Institutionen wie beispielsweise die Gessnerallee können nun einem falsch verstandenen Spardruck zum Opfer fallen. Die längst geplante mittlere Bühne darf nicht aus finanziellen Spargründen aufgeschoben werden. Mit diesem Aufschub würde die freie Tanz- und Theaterszene, deren Qualität im In- und Ausland grosse Beachtung findet, in ihrem Aufschwung gebremst. Das wäre ein völlig falsches Zeichen für die Kulturstadt Zürich. Kultur ist kein Luxus, deshalb wollen wir weiterhin in diesen Bereich investieren: Ein Nachwuchs-Kredit zur Unterstützung von Projekten von jungen Kulturschaffenden könnte Raum bieten für neue, innovative Projekte und Experimente und eine Starthilfe für junge Kulturschaffende und –veranstaltende sein. Dabei verpflichten wir uns, dem Leitsatz „Durch Vielfalt zu Qualität“ durch Kulturevaluation Rechnung zu tragen.

Soziale Sicherung für Kulturschaffende

Mudeum RietbergOhne sozial abgesicherte Kulturschaffende ist ein vielfältiges und gleichzeitig nachhaltiges Kulturangebot nicht zu haben. Die meisten unserer Kulturschaffenden leben aber mit Tiefstlöhnen und fallen gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen durch die Maschen des Sozial- und Fürsorgenetzes, da ihre Tätigkeit oft nicht als Erwerbstätigkeit
anerkannt wird. Eine moderne und sozial verantwortungsvolle Stadt darf sich so etwas nicht leisten. Neben der nachhaltigen Verbesserung der sozialen Sicherheit von Kulturschaffenden auf Bundesebene fordern wir für die Stadt, dass auch sie sich um die die soziale Sicherheit ihrer Kulturschaffenden kümmert. Wir fordern deshalb, dass auf Fördergelder (Werkbeiträge, Honorare) der Stadt Zürich Arbeitgeber-Vorsorgebeiträge geleistet werden, wenn sich die Kulturschaffenden selbst bereit erklären, den Arbeitnehmerbetrag einzuzahlen.
Diese Beiträge sind ein Qualitätskriterium für eine Kulturförderung, die ihre soziale Verantwortung ernst nimmt. Deshalb soll der Anschluss an das vom Netzwerk Vorsorge Kultur entworfenen Modell soll so rasch als möglich erfolgen.

Migrationsmuseum

Zürich hat als Stadt seit Mitte des 19. Jh. Migrantinnen und Migranten angezogen. Diese haben die Stadt geprägt und zum Wohlstand des heutigen Zürichs entscheidend beigetragen. Die SP fordert, dass die Stadt endlich ein eigenständiges Migrationsmuseum realisiert, das diesem für die Stadt Zürich zentralen Thema Rechnung trägt.

Kultur für die Jugend und die Stadt

Zugang zu Kultur beginnt bei den Kindern. Deshalb fordert die SP, ein Kinderkulturhaus zu realisieren. Dazu gehört auch, dass die Eintrittsgebühren in die Sammlungen und ständigen Ausstellungen der städtischen Museen sowie mitsubventionierten Institutionen bis zum sechzehnten Altersjahr erlassen werden. Ebenso fordern wir, dass der Zugang zu diesen Häusern einmal pro Monat für die gesamte Stadtbevölkerung kostenlos ist.

Wir setzen uns ein

Theater GessneraleeDie SP Stadt Zürich setzt sich dafür ein, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, in denen Kultur entstehen kann. Rahmenbedingungen, die es dem Publikum erlauben, seinen Zugang zu Kultur zu finden. Unser kulturelles Angebot ist ein wesentlicher Standortfaktor für unsere Stadt. Dank den Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat ist es uns gelungen, sowohl die grossen Häuser wie auch die kleineren Institutionen stets zu unterstützen und die nötigen Subventionen garantieren zu können. Die Zürcherinnen und Zürcher tragen dieses Engagement mit und haben seit Jahren jede kulturpolitische Abstimmung im Sinne der SP Stadt Zürich unterstützt. Dadurch verfügt Zürich heute über eines der vielfältigsten Angebote, das von Theater über E-Musik, Jazz, Rock und Pop, Literatur und Bildende Kunst über Museen, Tanz- und Filminstitutionen, Kulturzentren, Quartierkultur bis hin zum Trammuseum für alle etwas zu bieten hat.
Diese Vielfältigkeit ist nicht nur in der Schweiz einzigartig sondern hat auch international eine Ausstrahlung, die viel zur Qualität unserer Stadt beiträgt. Wir setzen uns dafür ein, dass dies weiterhin so bleibt.

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